Jikiden Reiki München

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                                                                                                                              Welcome to the Website of Jikiden Reiki in Munich




Silke Kleemann und Joe Ferraro unterrichten einzeln und gemeinsam Jikiden Reiki in der Linie von Tadao Yamaguchi. An jedem dritten Montag im Monat veranstalten wir Reiki-Austauschabende für Reiki-Praktizierende aller Richtungen. In regelmäßigen Abständen geben wir für Jikiden Reiki-Schüler Reiju Kais, Austauschtreffen mit Wiederholung der Einstimmung. Termine für Einzelsitzungen mit Silke und Joe können gern individuell vereinbart werden.

Silke Kleemann and Joe Ferraro teach seperate and together Jikiden Reiki in the lineage of Tadao Yamaguchi.  Reiki exchanges are held on the third Monday of every month for all lineages of Reiki. Reiju Kai's, where attunements are repeated for Jikiden Reiki students, are offered regularly and appointments for Reiki treatments can also be booked individually with Silke or Joe.

(Joe Ferraro, Tadao Yamaguchi, Ikuko Hirota, Silke Kleemann und Frank Arjava Petter)

Jikiden Reiki

 Mikao Usui ist der Begründer der Usui Reiki Ryoho, der Usui-Reiki-Heilmethode. Zwischen ihm und dem Praktizierenden steht dabei eine unterschiedlich große Anzahl von Reiki-Meistern, die die Lehre jeweils an ihre Schüler weitergegeben haben. Bei uns im Westen geht die verbreitetste Linie über Dr. Chujiro Hayashi und Hawayo Takata. Jikiden Reiki heißt übersetzt „direkt übertragenes“ Reiki. Das ist der Name, den Tadao Yamaguchi und seine inzwischen verstorbene Mutter, Chiyoko Yamaguchi, für ihre Schule (Jikiden Reiki Kenkyukai) wählten, als sie sich im Jahr 1999 entschlossen, ihr Reiki-Wissen an andere weiterzugeben. Der Lehrer, von dem Chiyoko in der Anfangszeit der Usui Reiki Ryoho in den 1930er Jahren die Lehre übertragen bekam – d. h. Shoden und Okuden, die beiden ersten Lehreinheiten, die in etwa dem 1. und 2. Grad im westlichen Reiki entsprechen –, war Dr. Chujiro Hayashi. Das Training zum Shihan-Grad und damit die Lehrerlaubnis erhielt sie später von ihrem Onkel Wasaburo Sugano, mit Erlaubnis von Dr. Hayashi. Damit war sie bis zu ihrem Tod im August 2003 eine der Personen auf der Welt mit der kürzesten Linie zurück zum Gründer Mikao Usui. Die daraus resultierende Unverfälschtheit und Klarheit der Praxis ist die große Besonderheit des Jikiden Reiki. Ohne großartige Ausschmückungen und selbstentwickelte Ergänzungen des Systems lässt sich so die Essenz des Reiki begreifen und erleben, in ihrer „raffinierten Einfachheit“, wie sie für die kulturellen Errungenschaften Japans so typisch ist. Die natürlichste Sache der Welt
Weiterhin zeichnet sich Jikiden Reiki durch Chiyoko Yamaguchis umfangreiche Behandlungserfahrung aus: Sie praktizierte Reiki über 60 Jahre lang und kann bemerkenswerte Heilerfolge vorweisen, bei der Behandlung von Verbrennungen über Tuberkulose bis hin zu Krebserkrankungen. In ihrer eigenen Familie war Reiki das Allheilmittel und ersetzte in der Regel den Arztbesuch. Dementsprechend ist Reiki für ihren Sohn Tadao (*1952), der das Jikiden Reiki Kenkyukai heute alleine weiterführt, immer schon die natürlichste Sache der Welt gewesen. Und diese Sicherheit und zweifelsfreie Überzeugung strahlt er auch persönlich aus.

Im Mittelpunkt steht für das Jikiden Reiki Kenkyukai die Bekanntmachung und Verbreitung von Reiki als wirksame alternative Heilmethode. Und zwar nicht nur für den Hausgebrauch: Speziell möchte man Personen ansprechen, die im medizinischen Bereich arbeiten, um so allmählich einen Platz zu schaffen für Reiki als ernstzunehmende Ergänzung der Schulmedizin und nicht nur als „nette kleine Entspannungstechnik“. Die Erfahrungen der Reiki-Praktizierenden, die sich zusätzlich in Jikiden Reiki haben ausbilden lassen, zeigen eine Intensivierung der eigenen Behandlungspraxis und tiefgreifendere Erfolge gerade bei der Arbeit mit kranken Menschen. In größerer Dimension will man auch einen Beitrag zur globalen Thematik des Umweltschutzes leisten: Ein ausgedehnterer, therapeutischer Einsatz von Reiki und der dementsprechend geringere Verbrauch von Medikamenten würde z. B. zu einer Reduzierung der medizinischen Abfälle führen, die u. a. die Wasserqualität sehr belasten. Die Erfahrung der Familie Yamaguchi ist, dass man mit Reiki im Kleinen wie im Großen einen Unterschied machen kann. Die Motivation, die Jikiden Reiki vermitteln möchte, ist eindeutig: Praktiziere so viel Reiki wie möglich!

Eine Reiki-Familie

Wasaburo Sugano lebte als wohlhabender Geschäftsmann in Osaka. Er hatte seine beiden Kinder durch Tuberkulose verloren und begann sich daraufhin für Reiki als spirituelle Heilmethode zu interessieren. Das war Ende der 1920er Jahre. Zu dieser Zeit gab Dr. Chujiro Hayashi in Osaka jeden Monat Reiki-Seminare. Sugano war von der Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode bald so begeistert, dass er nach und nach sämtliche Mitglieder seiner Familie in Reiki einweihen ließ bzw. selbst einweihte, nachdem er von Hayashi Sensei die Lehrerlaubnis erhalten hatte. Chiyoko Yamaguchi war seine Nichte und wuchs teilweise in seinem Haus auf, Reiki gehörte für sie zum Alltag. 1938 besuchte sie mit 17 Jahren ihr erstes fünftägiges Reiki-Seminar bei Hayashi Sensei. Der Kurs umfasste Shoden und Okuden, was ungefähr den westlichen Graden 1 und 2 entspricht. Die Lehrerlaubnis (Shihan) erhielt sie etwa 1940, kurz vor Hayashis Tod, von ihrem Onkel Wasaburo Sugano. Die Familie hielt danach den Kontakt mit der Witwe Hayashis, Chie Hayashi Sensei, die das Hayashi Reiki Kenkyukai weiterführte. 
Zu Hause und im Bekanntenkreis praktizierte Chiyoko Yamaguchi ihr ganzes Leben lang Reiki. Mit der westlichen Reiki-Szene kamen sie und ihr Sohn Tadao jedoch erst Mitte der 90er Jahre in Berührung, als Tadao auf einer Tagung einen Japaner kennen lernte, der westliches Reiki erlernt hatte und sehr überrascht war zu hören, dass es in Japan, neben den Mitgliedern der weitgehend unzugänglichen Usui Reiki Ryoho Gakkai, noch weitere ursprüngliche Reiki-Praktizierende gab. Daraufhin wurde Chiyoko von vielen Reiki-Meistern aus Japan und aus dem Ausland besucht, und 1999 erklärte sie sich schließlich bereit, ihr Wissen, so wie sie es von ihrem Lehrer Hayashi Sensei gelernt hatte, in Form von Seminaren weiterzugeben. Seit ihrem Tod im Jahr 2003 führt Tadao diese Aufgabe alleine weiter. 2004 kam er zum ersten Mal zum Unterrichten nach Europa und ist seitdem, neben Deutschland, u. a. auch in England, Frankreich, Schweden und Portugal gewesen.

Unterrichtssystem

Wer Jikiden Reiki erlernen möchte, muss seine Reiki-Ausbildung noch einmal ganz von vorne beginnen. Ein Quereinstieg in höhere Grade für Schüler anderer Linien ist nicht möglich. Der erste Jikiden Reiki-Kurs dauert in der Regel vier oder fünf Tage und umfasst die beiden Stufen Shoden (erste Lehreinheit) und Okuden (zweite Lehreinheit). In diesem Kurs wird durch täglich wiederholte Reiju (Einstimmungen) die jedem innewohnende Reiki-Kraft aktiviert, so dass man sich selbst und andere mit Reiki behandeln kann. An jedem Kurstag geben der Lehrer und evtl. anwesende Assistenzlehrer allen Kursteilnehmern eine Reiju. Dabei setzen sich alle Teilnehmer in einer Reihe auf Stühle, und der Lehrer weiht einen nach dem anderen ein. Im Seminar werden zwei Shirushi (Symbole) und ein Jumon (Mantra) vorgestellt, die zur Intensivierung des Energieflusses, zur Heilung psychologischer Aspekte und zur Fernheilung dienen. Die Symbole sind nicht ganz identisch mit denen, die vom westlichen Reiki bekannt sind. Ein Meister-Symbol gibt es im Jikiden Reiki wie prinzipiell im japanischen Reiki nicht.

Besonders intensiv wird in den Seminaren das Behandeln geübt, sowie in Vorbereitung darauf die Verfeinerung der Wahrnehmungsfähigkeit in den Händen (u. a. durch Gassho-Meditation) und das Erspüren des Byosen (siehe unten). Der theoretische Teil umfasst, neben Reiki-Geschichte und -Erklärung, auch Einblicke in die japanische Kultur und die shintoistischen und buddhistischen Hintergründe des Reiki. Ein feierlicher Höhepunkt des Seminars ist Reiki-Kokan (Reiki-Austausch), eine vermutlich von Hayashi Sensei eingeführte Form der Energieübertragung vom Lehrer auf den Schüler in einer Kerzenzeremonie.

Wenn man mindestens ein halbes Jahr mit den ersten beiden Graden Erfahrung gesammelt hat, kann man – nach erneutem Besuch von Shoden und Okuden – den nächsten Kurs belegen. Dieser Grad heißt Shihan-kaku (Assistenzlehrer). Der Kurs dauert einen Tag und umfasst hauptsächlich das Erlernen der Einweihungstechnik, außerdem wird ein weiteres Shirushi (Symbol) gelehrt. Nach erfolgreichem Abschluss ist man berechtigt, den ersten Jikiden Reiki-Grad (Shoden) zu unterrichten.

Nach mindestens einem weiteren halben Jahr und ersten Erfahrungen mit Shoden-Kursen kann man in Absprache mit Tadao noch einen Schritt weitergehen und sich zum Shihan (Lehrer) ausbilden lassen. In allen Graden gibt es schriftliches Kursmaterial und zum Abschluss ein englisches und ein japanisches Zertifikat des Jikiden Reiki Kenkyukai. Tadao unterrichtet auf Japanisch, mit Übersetzung in die jeweilige Landessprache. Alle ausgebildeten Praktizierenden und Lehrer werden in Japan registriert und erhalten von dort ihre Zertifikate. So wird gewährleistet, dass das System weiterhin in seiner ursprünglichen Form gelehrt und nicht mit anderen Techniken vermischt wird. Analog zur Tradition in der Usui Reiki Ryoho Gakkai, gibt Tadao als Vorsitzender des Jikiden Reiki Kenkyukai Lehrerausbildungen bisher nur selbst.

Schwerpunkte der Lehre

Alle Schlüsselbegriffe des Reiki werden im Jikiden Reiki direkt auf Japanisch verwendet. Dazu gehören vor allem Gokai und Byosen. Gokai ist die japanische Bezeichnung für die Reiki-Lebensregeln. Wie es traditionell üblich war, werden sie noch heute in Jikiden Reiki-Kursen vor den Reiju (Einstimmungen) im Chor auf Japanisch rezitiert. Außerdem muss der Shihan (Lehrer) im Unterrichtsraum eine Schriftrolle aufhängen, die in Hayashi Senseis Handschrift die Gokai abbildet. Diese Schriftrolle kann man ab dem Grad des Shihan-kaku beim Jikiden Reiki Kenkyukai erwerben, sie dient zugleich als Anerkennung der erreichten Lehrerposition. Die Gokai werden als äußerst wichtig zur Erlangung der rechten Geisteshaltung angesehen, die Rezitation und schon allein die Präsenz der Schriftzeichen trägt zur Reinigung der Atmosphäre im Raum bei. Ebenfalls werden den Schülern zur ethischen Orientierung die Gyosei ans Herz gelegt, die von Usui Sensei hoch geschätzten Lehrgedichte des Meiji-Kaisers. 

Byosen kann man in etwa mit „Problembereiche“ übersetzen. Übungsziel des Reiki-Praktizierenden ist es, solche Problembereiche aufzuspüren, wo beispielsweise Blockaden durch abgelagerte Toxine oder Krankheitsherde liegen, und durch das Auflegen der Hände den körpereigenen Reinigungs- und Heilprozess anzuregen. Der Byosen wird mit den Händen erspürt und ist in fünf Stufen steigender Intensität eingeteilt. Mit der Praxis wächst die Sensibilität zum Erspüren des Byosen. Es gibt zwar von Hayashi Sensei einen Behandlungsplan (Ryoho Shishin) für bestimmte Krankheitsbilder, doch generell wird im Jikiden Reiki intuitiv gearbeitet. Dort, wo man den Byosen spürt, lässt man die Hände liegen - gegebenenfalls auch eine halbe Stunde oder länger. Diese Behandlungsform hat sich als besonders wirkungsvoll bei körperlichen Erkrankungen erwiesen, ist es doch auch eines der Hauptziele des Jikiden Reiki Kenkyukai, Reiki als ernstzunehmende alternative Heilmethode zu etablieren.

Im Jikiden Reiki werden die Hände nicht nur statisch aufgelegt, es wird durchaus auch mit Klopfen, Pressen, Reiben, Pusten etc. gearbeitet. Zum Abschluss der Behandlung wird zur Anregung der Blutzirkulation die Ketsueki Kokan Ho-Massage (Kekko) gelehrt. 



Ausführlichere Informationen zu Jikiden Reiki finden sich in den Büchern „Jikiden Reiki“ (Tadao Yamaguchi) und „Die Reiki-Techniken des Dr. Hayashi“ (Yamaguchi/Petter), beide sind beim Windpferd Verlag erschienen.

(geschrieben von Silke Kleemann für reikiland.de im Mai 2007)